Montag, 12. August 2013

Sie haben Brustkrebs, so der Befund von der Gewebeprobe, meiner linken Brust.

Aber zum Anfag, im Juni stellte ich beim Duschen einen Knoten in meiner linken Brust fest. Erst habe ich mir nicht viel dabei gedacht, sicherlich nur eine Verhärtung, einer Brustdrüse oder etwas in der Art.
Abends haben wir noch gegrillt, Würstchen und lecker Filets im Speckmantel gegessen.
Und mir weiter keine Gedanken gemacht, wird schon wieder werden, so mein Gedanke.
Als ich am nächsten Tag unter der Dusche stand und mich mit Duschgel einrieb, tatstete ich den Brustknoten etwas genauer ab und fing an mir doch etwas Sorgen zu machen.
Ich rief meinen Frauenarzt an und habe mir einen Termin geben lassen, mein Termin Dienstag 09.Juli um 11.30Uhr.
Als ich ins Sprechzimmer gerufen wurde, da war es mir schon etwas mulmig geworden.
Ich erzählte meinem Frauenarzt Dr. Koch, meine Entdeckung von dem Knoten, er tastete den Knoten ab und meinte, gleich eine Ultraschalluntersuchung zu machen und eine Gewebeprobe aus dem Knoten entnehmen, da wäre das Sicherste.
Es wurden 5 Proben aus dem Knoten entnommen. Ich habe vorher eine Spritze in die Brust bekommen, dann wurde eine Kanüle unter Ultraschall in den Knoten geführt und mit einem Teil Proben entnommen.
Das Ergebnis der Gewebeproben sollte am Freitag den 12.Juli da sein.
Am Donnerstag um 18.15Uhr war die Praxis am Telefon,  Doktor Koch wollte mich sprechen, da wurde mir schon mulmig in meiner Magengegend.
Das Ergebnis: Brustkrebs.
Ich konnte nicht antworten, mir fehlten die Worte.
Mir schoss es in den Kopf, ich Brustkrebs, das kann nicht sein, so etwas haben andere Frauen aber nicht ich.
Mein Mann fragte auch gleich was los ist, er hatte mich noch nie so sprachlos gesehen.
Als ich mich dann etwas gefangen hatte, fragte ich gleich wie es nun weitergehen soll.
Die Sprechstundenhelferin hatte für mich schon Termine gemacht, ich sollte am nöchsten Tag in der Praxis erscheinen und sie musste mir noch einiges erklären.
Am 23.Juli um 10.30Uhr einem Termin bei uns im Krankenhaus für eine Brustkorb- und Mamo-Röntgenaufnahmen.
Eine Einweisung  für den 25.07. in das Krankenhaus Neu Bethlehem um 8.00Uhr sollten noch einige Untersuchungen folgen.
Erst die Aufnahme, ich brauchte meine Chipkarte erst überhaupt nich einstecken.
Mir wurde mein Krankenzimmer gezeigt, es war ein Zweibettzimmer, mein Bett stand am Fenster. das Zimmer war schön hell und groß mit einem schönen Balkon. Von dem Balkon schaute ich auf eine Riesen Rasenfläche und alten Obstbäumen mit Gartenstühlen, Tischen und vielen Bänken an den geschwungenen Gehwegen.

mein Balkon mit 2 Stühlen, Tisch und einer Sonnenliege.


Alles sehr schön angelegt, eben ein Ruhepunkt.


Mein Bett, auf der Fensterbank meine Pflegeprodukte und Parfüms. Jedes Bett hat einen kleinen kostenlosen Fernseher den man überall hinschwenken konnte.


So konnte ich jeden Tag meine Sendung Shopping Queen sehen, es hat mich auch etwas von der ewigen Grübelei abgelenkt.

Wollte gerage meinen Rolly auspacken, da musste ich gleich mit einem Taxi in die Uniklinik Göttingen in die Nuklearabteilung fahren, dort bekam ich eine Spritze in die Brust und musste über eine Stunde warten, danach wurden Aufnahmen von der linken Brust von oben und seitlich gemacht.
Und wie ich mich so kenne, wurden die Aufnahmen nichts, also wurde noch einmal nachgespritzt und das hieß wieder über eine Stunde warten und viel, viel Wasser trinken. Nun kam der 3. Versuch, wieder keine Aufnahme geworden, angeblich war ich kontaminiert, wurde in einen Raum geführt und da musste ich meine Brust, Arme und die Seite ordentlich abschrubben. Nun saß ich ganz alleine in diesem großen Warteraum, die letzten Bilder wurden dann noch mit einem Bleiteil gemacht, warum auch immer, ich mochte nicht nachfragen.
Mit dem Taxi zurück in meine Klinik wurde ich schon mit Essen erwartet und die Frage: hat dass so lange gedauert, ich war fast 6 Stunden in der Uni-Klinik gewesen.
Wollte gerage meinen Rolly auspacken, da bemerkte ich das ich eine NEUE Zimmerkollegin habe. Wir haben uns vorgestellt und uns etwas unterhalten, da kam schon die Schwester, Sie müssen noch zum EKG, danach in die Praxis von Oberärztin Frau Dr. Sander, also auf in die Praxis von Frau Dr. Sander, da wurde auch noch einmal ein Ultraschalluntersuchung gemacht. Frau Dr. Sander stand auf und holte ihren Kollegen Dr. Kuhlenkampff dazu, mir wurde der Mund schon ganz trocken und dachte so bei mir, ob das gut ausgeht.
Dr. Kuhlenkampff spielte erst mit meinem Zopf, beide unterhielten sich über Fachausdrücken von denen ich nichts verstanden habe. Aber dann wurden beide sehr ernst und man sagte mir, meine Brust muß amputiert werden, es würde keine Möglichkeit geben für eine Brusterhaltende OP.
Ich dachte in dem Moment die Erde reißt unter meinen Füßen auf, wieso soll ich Brustkrebs haben, ich habe meine 3 Kinder immer gestillt und es stand auch so immer in jedem Artikel, wer stillt bekommt weniger Brustkrebs.
Meine Hormontabletten mußte ich auch sofort absetzen.
Frau Dr. Sander brachte mich dann in die Klinik zurück und sagte noch gleich kommt noch ein Anästhesist vorbei, ich sollte am Freitag 26.Juli operiert werden, gleich als zweite um 9.00Uhr.
Das EKG hatte ich auch hinter mir, da kam noch jemand aus dem Labor und mir wurde Blut entnommen.
Nun war es schon 17.30Uhr und ich konnte meine Sachen auspacken.
Meine Gedanken kreisten nur noch um die OP und meine Brust.
Das Abendbrot wurde verteilt und als das Essen vor mir stand, bekam ich keinen Bissen runter.
Die Schwestern und Ärzte fragten immer wie es einem geht und ich noch etwas wissen möchte. Ich fühlte mich nach dem Gespräch mit Frau Dr. Sander wie leer, ich hatte das Gefühl, ich stehe gerade neben mir und fragte mich immer, erlebe ich das alles hier wirklich, oder ist das alles ein schlechter Traum.
Aber es war wohl eine Tatsache, ich bin im Krankenhaus und man muß mich auch nicht mehr kneifen.

Meiner Bettnachbarin mußte die Gebärmutter, Eierstöcke und Eileitern entfernt werden. Es war eine nette Person, wir telefonieren noch heute miteinander.
Ich habe dann am späten Nachmittag noch Gabi (Gafi1) angerufen und ihr mein Ergebnis erzählt und sie sollte den Bloggerfreundinnen das Ergebnis erzählen.
Abends bekam ich ein Mittel gegen meine Unruhe und ein Schlafmittel, ich konnte gut danach schlafen, die Schwester brachte dann die Stützstrümpfe und das OP-Hemd vorbei, ich bekam noch eine Spritze und habe fast nichts mehr mitbekommen, also so eine LMA-Pille.
Die OP dauerte ca, 11/2 Stunden ich wurde dann auf der Wachstation wach,  alles sehr nette junge Männer die Spässe machten.
Die netten Schwestern auf meiner Station brachten mich gegen 12.00Uhr  auf mein Zimmer, es war leer, meine Bettnachbarin war noch auf der Wachstation.
Die Oberärztin Frau Dr. Sander kam dann auch zu mir und wollte wissen wie es mir so geht, naja wie soll es einem gehen nach einer OP.
Sie erzählte das die OP gut verlaufen ist und Sie und Dr. Kuhlenkampff mir einen Brustansatz gemacht haben, so geschickt wenn an mir in den Ausschnitt schaut als wenn die Brust noch da ist.
Mir wurde dann mitgeteilt das die Ärzte  27 Lymphknoten entfernt werden mussten, 3 waren schon befallen.
Frau Dr. Sander fragt mich dann ob ich mir mal meine Brust anschauen möchte, ich zögerte erst etwas, aber ich sagte, da muß ich jetzt durch.

Die Narbe sieht sehr gut aus


es ist nur ein dünnes Pflaster auf der Wunde, ein ganz dünne Narbe.
Ich hatte noch 2 Schläuche für Wundwasser an der Haut genäht bekommen, die 2 Flaschen habe ich in einer kleinen Tragetasche umher getragen.
Es wurde mir seelischer Beistand angeboten und nach Jahren könnte ich mir die Brust wieder neu aufbauen lassen, aber das will und möchte ich nicht, ist ja auch nur künstlich.
Ich habe mich nun damit abgefunden und durch die tollen BHs der Firma Anita sieht es niemand und es fällt auch keinem auf, nach 6 Wochen wenn die Wunde gut verheilt ist, bekommen ich eine Geleinlage und noch ein BH in der seitlich eine kleine Tasche eingenäht ist in dem das Gelteit eingesteckt wird.

Ich musste noch durch einige Geräte geschoben werden, neulich eine Sklettuntersuchung und Sonountersuchung.
Meine lieben Bloggerfreundinnen haben mir auch eine riesen Freude gemacht und mir tolle Karte zugeschickt mit vielen aufbauenden Worten und Versen.
(Vielen lieben DANK noch mal dafür)


Am Mittwoch den 14.Juli 2013 um 16.00Uhr habe ich ein Gespräch mit meiner Oberärztin Dr. Sander, Dr. Kuhlenkampff und einen Onkolgen, die über weiter Schritte beraten werden, um eine Chemo werde ich wohl nicht umhin kommen.
Meine Ärztin meinte wohl, meine Haare werde ich wohl verlieren, aber ich hoffe es nicht, da kann ich eben nur abwarten.
So, nun habe ich mein Herz etwas erleichtert, ich habe lange überlegt, ob ich das auf meinem Blog berichte.
Vielleicht kann ich damit einige Frauen erreichen und eine Brustuntersuchung nicht auf die lange Bank zu schieben, jede 8-10 Frau bekommt Brustkrebs, laut Statistik.
Ich habe und hatte auch immer gedacht, Brustkrebs bekommen die anderen, ich nicht, leider war das ein Trugschluss.
11 Tage war mein Krankenhausaufenthalt.

Ich hoffe ich habe keinen Leser oder Leserin geschockt.
Die Gesundheit ist ein wertvolles Gut, bewahrt es Euch gut.

Kommentare:

Manus-Testwelt hat gesagt…

Ich musste grade ein wenig schlucken liebe Biggi.
Aber ich bewundere dich, wie gut du doch damit umgehst. Ich wünsche dir eine gute Besserung*drück*
Du bist ein grosses Vorbild für uns Frauen. Danke dafür! <3

Anonym hat gesagt…

Ich bin sprachlos, mir stehen die Tränen in den Augen und ich bewundere dich für deine Kraft, das hier aufzuschreiben. Ich hatte auch mal einen Knoten in der Brust, GSD gutartig, allerdings wurde ich falsch operiert (mit Gerichtsprozess und allem drum und dran) und musste ein 2. Mal unters Messer. Seither habe ich meinen Knacks weg und leide unter panischsten Ängsten irgendwann wieder einen Knoten zu entdecken. Übermorgen habe ich Kontrolltermin bei meiner Frauenärztin. Ich wünsche dir aus tiefstem Herzen alles Gute, damit du die schwierige Zeit überstehst und dass du Menschen um dich hast die dich in dieser Zeit tragen werden.
LG

Mein Blog hat gesagt…

Auch ich wünsche dir natürlich gute Besserung und drücke die Daumen dass der Krebs nicht zurückkommt und alles wieder gut wird. Kopf hoch und positiv denken auch wenn das bestimmt gar nicht so einfach ist wenn man selbst betroffen ist.

gafi1 hat gesagt…

Hallo Biggi, ich habe das alles ja von Beginn an mitbekommen und muß dir jetzt hier auch nochmal ein dickes Lob ausprechen, weil du bisher alles so gut gepackt hast. Vorallem bewundere ich dich, dass du so offen hier auf deinem Blog über deine Krankheit schreibst und auch andere Menschen daran teilhaben lässt. Biggi ich bewundere auch deine Sttärke und mußte mich bei unserem Telefonat wirklich wundern, dass du trotz alledem deinen Humor nicht verloren hast. Respekt! Weiter so und alles Gute zur weiteren Genesung! lg deine Bloggerfreundin Gabi :)

Maiglöckchen hat gesagt…

@Manu, ich mußte auch 3x schlucken.
Ich habe auch lange überlegt, ob ich es schreibe oder nicht, aber vielleicht machen sich einige Frauen gedanken und gehen zu einem Frauenarzt.
Dafür würde es sich schon lohnen.
Werde auch weiterhin über den Werdegang berichten.

LG Biggi

Maiglöckchen hat gesagt…

@Anonym, berichte mal dein Ergebnis, würde mich freuen wenn du daran denkst.

LG Biggi

Maiglöckchen hat gesagt…

@ Gabilein, du warst mir eine gute Stütze in der letzten Zeit.

LG Biggi

inkaskleinewelt hat gesagt…

Liebe Biggi,

toll das du so offen darüber berichtest. Wenn du damit nur eine Frau bewegen kannst, ihren Knoten genauer untersuchen zu lassen, dann hast du schon was Großes bewirkt. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und wir sind alle bei dir!

Liebe Grüße, Inka

Maiglöckchen hat gesagt…

@Inka, ich hoffe auch das meine Offenheit einige Frauen dazu bewegen kann die zu einem Frauenarzt gehen und sich zu einer Untersuchung anmelden.

LG Biggi

ChrisTa hat gesagt…

Liebe Biggi, weiterhin Gute Besserung und Daumen gedrückt, dass alles gut wird und nix zurückkommt. Es ist eine schwierige Zeit - auch mein Mann hatte damit zu tun und ist zum Glück seit 3 Jahren ohne Krebs. Schön, wenn soviele liebe Menschen an Dich denken und bei Dir sind.
LG

Romy hat gesagt…

Liebe Biggi, da hast du einiges über dich ergehen lassen müssen, nur gut, dass alles doch recht schnell ging und man nicht zum nachdenken gekommen ist oder?

Ich finde das ganz toll, dass du so damit umgehen kannst. Das macht wirklich mut, sich solch einer Krankheit entgegen zu stellen.

Ich wünsch dir alles Gute und weiterhin gute Besserung und viel Kraft.

Liebe Grüße Romy

Maiglöckchen hat gesagt…

Mädels, ich danke euch für die lieben Worte, das baut etwas auf.

LG Biggi

Cathrin hat gesagt…

weiterhin gute Besserung auf das der Krebs vollends ausgemerzt wird!!! ToiToiToi!!!

Erdbeerchen hat gesagt…

Ich finde es auch wirklich beeindruckend Biggi, wie du mit deiner Krankheit umgehst!
Du weißt, dass wir alle für dich da sind <3

Herzliche Grüße
Erdbeerchen

Inamina hat gesagt…

Liebe Biggi,
Beim lesen liefen mir die Tränen übers Gesicht und ich musste echt schlucken. Finde es toll das du über deine Erkrankung im Blog schreibst. Du hilfst mit deinem Bericht viele Frauen zum nachdenken an zuregen und einen Frauenbesuch wahr zunehmen und nicht alles auf die leichte Schulter zu nehmen. Weil ganz genau so ist es mich trifft es nie nur andere,nein leider ist es nicht so es kann jeden von uns treffen.Meine Mutter ist vor 4 Jahren auch an Brustkrebs erkrankt nach einer Homornbehandlung und ihr Tumor würde nur durch zufall endeckt und er war auch sehr agressiv sie wurde schnell behandelt und bis jetzt ist der Krebs nicht zurück gekommen. Mich hat es damals total aus der Bahn geworfen und meine Welt war nicht mehr wie sie war aber es hat uns als Familie nich fester zusammen geschweißt.Ich würde mich freunen wenn du weiter drüber berichtest es ist ein Thema was nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden sollte. ICh hoffe deine Familie steht hinter dir und unterstützt dich! Ich wünsche dir liebe Biggi ganz viel Kraft und das du ganz schnell wieder Gesund wirst. Liebe Grüße und alles liebe wünscht dir Ina

Maiglöckchen hat gesagt…

@Ina,ich hatte auch erst bedenken in meinem Blog darüber zu berichten, aber nach so vielen Zusprüchen, war es die richtige Entscheidung die ich getroffen habe.
Ich werde auch weiterhin darüber berichten. Demnächst wenn die Chemo beginnt und wie mein Befinden sein wird.
Und wenn ich nur 2-3 Frauen davon überzeugen kann, einen Termin bei einem Frauenarzt zu machen.

LG Biggi

fiosWelt hat gesagt…

ich wünsche dir weiter hin alles gute und das du alles gut überstehst und es gut weiter geht.

Liebe Grüße,
Fio

Maiglöckchen hat gesagt…

@Fio, wird schon werden, es muß einfach

LG Biggi

*KAT* hat gesagt…

Liebe Biggi,

soeben habe ich deinen Bericht entdecken und finde es ausgesprochen mutig von dir, deine Geschichte mit uns zu teilen.
Meist denkt man über dieses Thema erst nach, wenn man selbst betroffen ist. Ich bewundere deinen Mut und deine Kraft.

Mach weiter so. Ich wünsche dir alles Gute, noch mehr Kraft und vor allem dass du wieder ganz gesund wirst.

Liebe Grüße
KAT

Maiglöckchen hat gesagt…

@Kat, ich bekomme viel Zuspruch und das gibt auch viel Mut und Zuversicht.

LG Biggi